News & Infos der FBG Much

Protokoll der Mitgliederversammlung

Protokoll der Mitgliederversammlung

Protokoll der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft FBG Much am 24.08.2023
um 19.00 Uhr in der Mensa im Schulzentrum Much

Top 1 – Begrüßung
Um 19.05 Uhr begrüßt der Vorsitzende Norbert Büscher die insgesamt 45 Teilnehmer/innen zur Jahreshauptversammlung der FBG Much für das Jahr 2022 Besonders begrüßt er Herrn Fabian Schreder, Betriebsleiter der Forstverwaltung Nesselrode und Frau Ina Holtwick von der Steuerberatungsgesellschaft Parta. Wegen Anschlussterminen von Herrn Schreder und Frau Holtwick werden die TOP 2A und TOP 4 vorgezogen. Dazu gibt es keine Einwände.

TOP 2 – Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung und der Beschlussfähigkeit
Herr Büscher stellt fest, dass die Einladung satzungsgemäß und fristgerecht über das Mitteilungsblatt, sowie Einladungen per Mail, sofern die Adresse vorlag und über die Homepage der FBG Much erfolgte. Damit ist die Versammlung beschlussfähig. Dagegen gibt es keinen Widerspruch.

TOP 2A – Bericht Fabian Schreder, Betriebsleiter Forst, Nesselrode
Herr Schreder informiert über ein Förderprogramm des Bundes über 100 € pro Jahr und ha., das auf zunächst 10 Jahre angelegt ist. Er weist darauf hin, dass Wildschäden grundsätzlich beim Ordnungsamt der Gemeinde Much angemeldet werden sollen. Termine dazu sind 2 mal im Jahr am 01.05. und 01.10. Er sieht beim Thema Wiederbewaldung beim Saatgut eine knappe Verfügbarkeit und eine teilweise mindere Qualität. Man solle bei Bestellungen frühzeitig handeln und sich von der Qualität vor Ort überzeugen. Mario Trömpert erklärt dazu die Vorgehensweise unserer FBG. Herr Schreder empfiehlt, bei der Pflege der Bestände geschultes Personal einzusetzen, um Schäden zu minimieren. Das Thema Waldbrand sei auch bei uns aktuell. Wichtig sei die Wegeerhaltung, Ausbau von Rettungspunkten, ein Waldbrandplan – wer handelt und wie wird bei einem Brand vorgegangen – und die Prüfung ausreichender Stellen für die Wasserentnahme. Zur aktuellen Holzvermarktung führt er aus, dass der Markt sehr volatil mit stark schwankenden Preisen sei. Internationale Märkte gewinnen stark an Bedeutung. Da der Bausektor schwach sei ist der Preis für Fichte um 20 € pro fm gefallen. Auch bei Nadelrotholz sei die Nachfrage schwach. Bei Buche liege der Preis aktuell bei 100 €/fm. Der Absterbeprozess sei bei der Buche leider noch nicht beendet. Die Eiche erziele hohe Preise. Er empfiehlt nach Bäumen zu schauen, die bei der Wertholzsubmission im Kottenforst durchaus Preise von 200 bis 280 €/fm erzielen. Bei Wertholz allgemein (Eiche, Roteiche, Linde u.a.) ab 60 cm aufwärts gäbe sehr gute Preise. Die Nachfrage nach Brennholz sei hoch und die Preise lägen bei mindestens 90 €/fm. Fragen zum Vortrag von Herrn Schreder gibt es nicht. Der Vorsitzende Herr Büscher verabschiedet Herrn Schreder und dankt ihm für sein Kommen.

TOP 3 – Bericht des Vorstandes für das Jahr 2022/23
Herr Büscher trägt den Bericht für das Jahr 2022/23 vor. Aktuell sind 542 Mitglieder in der FBG Much mit einer Fläche von 1.202,70 ha Wald. In der Geschäftsstelle, die von Frau Franz geleitet wird, gab es 225 Kontobewegungen, 43 Eingangsbuchungen mit einer Summe von 670.666,58 € und 182 Ausgangsbuchungen im Volumen von 722.308,15 €. Dazu kommt die gesamte Mitgliederverwaltung, die Bearbeitung und Verrechnung von Fördermitteln und vieles mehr im Zusammengang mit dem Holzverkauf. 12.700 fm Holz wurden im Jahr 2022 verkauft. Es gab 98 Abrechnungen mit Holzgutschriften über 627.285,81 € und 4 Förderanträge mit 22 Einzelabrechnungen in Höhe von 56.495,57 €. Bei den Dienstleistungen im Bereich der Holzernte nutzt die FBG das Solidarmodell. Steuerrechtlich müssten die Dienstleistungen auf jeden einzelnen Vorgang herunter gebrochen werden, was einen erheblichen Verwaltungs-aufwand verursacht. Um dies günstiger zu gestalten, sollen die Fördermittel von der Geschäftsstelle pauschal über den Mitgliedsbeitrag abgerechnet werden. Es gibt ab Mai 2022 eine finanzielle Förderung der Geschäftsstelle durch das Land NRW in Höhe von 3,50 € je ha Betriebsfläche. Das sind 4.256 €, anteilig 2.820 € für 2023. Ziel ist eine gute Liquidität der FBG-en. Seit 01.01.2022 gibt es eine transparente Gebührenordnung. Die Mitgliedsbeiträge in 2023/24 sollen nicht erhöht werden.. Aktuell läuft die Erneuerung der Forsteinrichtung durch die Firma Leonhardt im Zeitraum 01.07.2021 bis 31.12.2023, die von Wald und Holz beauftragt wurde. Herr Büscher, Herr Ludwig und Herr Fobbe haben vor 3 Wochen mit Vertretern der Fa. Leonhardt Ergebnisse vor Ort abgeglichen. Auf die Frage nach den Daten der Forsteinrichtung gibt es nach Abschluss folgende Möglichkeit. Jeder Waldbesitzer kann sich bei Fa. Leonhardt eine „Waldbesitzermappe“ bestellen. Dort sind dann alle Unterlagen sowie ein Kartenauszug enthalten. Es gibt eine Preisliste, die wir von Herrn Leonhardt erfragen werden. Die Mappe kostet ca. 30,– € für einen Betrieb von 3 ha. Herr Büscher berichtet auch anhand einiger Bilder von der diesjährigen von Herrn Ludwig vorbereiteten Lehrfahrt nach Schmallenberg mit Rundgang auf dem Kyrill Lehrpfad. Auch die Besichtigung von Waldschäden, die durch das Projekt der frei lebenden Wisente verursacht werden gehörte zum sehr informativen Programm. Zum Bericht ergeben sich keine Fragen.

TOP 4 – Jahresabschluss 2022
Frau Holtwick von der Steuerberatungsgesellschaft Parta stellt den Jahresabschluss vor. Die Parta ist seit nun 3 Jahren für die FBG Much steuerfachlich tätig. Dies ergab sich wegen der Umstellung auf die Direkte Förderung und dem damit verbundenen erheblichen gestiegenen Aufwand für die Erhebung von Umsatz- und Mehrwertsteuer, oder Verbuchung der einzelnen Fördermaßnahmen. Sie weist darauf hin, dass vieles sehr kompliziert wurde, weil sich das ganze Verfahren im Zusammenhang mit der Holzvermarktung, den Unternehmerkosten oder den Fördermaßnahmen oft über längere Zeiträume erstrecken und daher oft nicht punktgenau dargestellt werden könnten. Als Beispiel nannte sie einen Vorgang aus 2022, der erst im Juni diesen Jahres abgeschlossen werden konnte.
Eine kurze Zusammenfassung der Zahlen und Fakten, die Frau Holtwick präsentierte:
Der Unternehmensaufwand betrug 2022 insgesamt 705.035,41 €, der Unternehmensertrag 751.640,80 € Am 01.01.2022 betrug der Kassenbestand der FBG Much 44.657,40 €, am 31.12.2022 dann 91.262,79 €. Damit konnte das Jahr 2022 mit einem Gewinn von 46.605,39 € abgeschlossen werden. Auf die Frage aus der Versammlung, wie und wofür das Kapital der FBG eingesetzt werde, antworten Herr Büscher und Herr Trömpert. 2022 sei sicher ein Ausnahmejahr, was den Gewinn betreffe, da in den Folgejahren wesentlich weniger Einnahmen erwartet werden. Die permanente Liquidität bei Kosten für die Beförsterung, Vermarktung, Pflanzungen und Versicherungen müsse gesichert sein. Auch die vergleichsweise niedrigen Mitgliedsbeiträge sollten stabil bleiben. Öfter seien Vorfinanzierungen von größeren Maßnahmen erforderlich, und deren Umsetzung sei zu gewährleisten. Herr Büscher dankt Frau Holtwick für ihren Bericht zum Jahresabschluss 2022.

TOP 5 – Bericht der Kassenprüfer und Entlastung des Vorstandes
Herr Dr. von Heydebrand und Herr Ortsiefer haben die Kasse geprüft. Herr Ortsiefer trägt vor: „Alle Unterlagen und Belege lagen geordnet vor. Die Kasse wurde ordnungsgemäß geführt. Rechnerisch und formal gab es keine Beanstandungen“. Herr Ortsiefer beantragt die Entlastung des Vorstandes. Die Versammlung erteilt dem Vorstand durch Handzeichen einstimmig die Entlastung. Der Vorstand und Herr Ortsiefer enthalten sich der Stimme.

TOP 6 – Wahl der Kassenprüfer
Die Kassenprüfer für 2022 waren Herr Dr. von Heydebrand und Herr Matthias Ortsiefer. In unserer Satzung steht, dass die Rechnungsprüfer für zwei aufeinander folgende Jahre gewählt werden, ein Rechnungsprüfer soll jährlich wechseln. Herr Ortsiefer scheidet als Kassenprüfer aus. Herr Rudolf Delling erklärt sich bereit, die Aufgabe des Kassenprüfers zu übernehmen. Weitere Personen melden sich nicht. Rudolf Delling wird von der Versammlung einstimmig zum neuen Kassenprüfer gewählt. Er nimmt die Wahl an.

TOP 7 – Deutsche Waldtage vom 15.-17.09.2023
Vom 15. bis zum 17. September finden die Deutschen Waldtage 2023 statt. Initiiert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft laden Forstleute, Waldbesitzende, Vereine und Organisationen gemeinsam mit weiteren lokalen Akteuren bundesweit Bürgerinnen und Bürger zu zahlreichen Veranstaltungen in die Wälder ein. Herr Büscher zeigt dazu eine Präsentation von Bundesminister Özdemir. Auf Initiative von Herrn Büscher in Absprache mit Karl-Josef Haas und Karl Thelen wird sich die FBG Much aktiv an den Waldtagen beteiligen. Es gibt Wanderungen auf dem „Holzweg“ bei Oberdreisbach-Höhe am 16. und 17.09.2023, die von Karl-Josef Haas und Michael Fobbe geführt werden.

TOP 8 – Tätigkeitsbericht Regionalforstamt für die Jahre 2022/2023
Da unser Revierleiter Michael Fobbe wegen eines Trauerfalles in der Familie nicht anwesend ist, trägt Herr Büscher den Tätigkeitsbericht vor. In 2022/23 gab es nur leichte Schwankungen bei den Holzpreisen, für Fichte-Stammholz 100 €/fm und 35 €/fm für Industrieholz. Eingeschlagen wurden ca. 8.990 Festmeter, davon Fichte Käferholz ca. 8850 fm. An Laubholz-Eiche wurden ca 140 €/fm geerntet mit Preisen von 400 €/fm bei Stammholz und 80 €/fm für Brennholz. Wegen der zeitlichen Bindung durch den Käferholzeinschlag wurden nur 1.350 Pflanzen -alle ohne Förderung- in die Erde gebracht. An Wegebau wurden über die PK Richtlinie (Förderquote 70 %) 2,7 km und über den „Brandschutztopf“ (Förderquote 100 %) auf der alten Brüderstraße ebenfalls 2,7 km gebaut bzw. hergerichtet. Aktuelle Situation 2023: Durch extrem hohe Qualitätsansprüche der Sägeindustrie seit Februar diesen Jahres gibt es stark schwankende Preise. Altes Käferholz ist nur noch als Industrieholz absetzbar. Herr Fobbe befasst sich aktuell um die Intensivierung der Wiederbewaldung unter Berücksichtigung und Mitnahme der Naturverjüngung. Da die Eichenpreise z.Zt. stabil hoch sind, plant er hier ab Oktober den Einschlag auch für die Versteigerung, wo bei bester Qualität bis zu 800 €/fm erzielt wurden. Der Wegebau sei mit 1,5 km in diesem Jahr (2023) abgeschlossen.

TOP 9 – Verschiedenes
Unter diesem Punkt wurde über verschiedene Wege zur Wiederbewaldung gesprochen. Bei Aufforstungen sind mit der Förderung ca. 1.000 € je ha an eigenen Kosten zu veranschlagen. Nach Bundeswaldgesetz muss eine Aufforstung erfolgen. Die Frist dazu wurde von 2 auf 4 Jahre verlängert. Dieses Thema ist so umfangreich und wichtig, dass dazu auf Vorschlag von Herrn Büscher eine separate Veranstaltung erfolgen soll. Es gibt die kostenlose Beratung für die Mitglieder der FBG durch den Förster, die auch in Anspruch genommen werden sollte. Das Thema Wildschäden wurde ebenfalls diskutiert. Die FBG ist laufend im Austausch mit der Jagdgenossenschaft, um gemeinsame und praktikable Lösungen zu finden. Auch das Gespräch mit dem jeweiligen Jagdpächter sollte gesucht werden. Nur die Zusammenarbeit führt hier zum Erfolg. Das Thema Beitritt zum Waldbauernverband wird diskutiert und in der nächsten Vorstandssitzung besprochen. Frau Franz hat Formulare bereitgelegt und bittet dort Veränderungen einzutragen, wenn es solche bei den Daten der Mitgliedschaft gibt.

Der Vorsitzende Norbert Büscher schließt die Sitzung um 21.25 Uhr, dankt allen Anwesenden für das Erscheinen, wünscht allen eine gute Zeit und einen guten Heimweg.

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